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Gehörschutz richtig wählen – je nach Lärmpegel am Arbeitsplatz

Übermäßiger Lärm am Arbeitsplatz wirkt sich negativ auf die Arbeitsleistung aus – vor allem unter Arbeitsbedingungen, unter denen er sich oft nicht vollständig beseitigen lässt. Bei der Arbeit unter solchen Bedingungen besteht ein potenzielles Risiko dauerhafter Gehörschäden bei den Beschäftigten, die ihre Lebensqualität grundlegend beeinträchtigen können. Zum Schutz in lauter Umgebung kommen jedoch wirksame Schutzmittel für Ihr Gehör ins Spiel, die Gehörschäden verhindern. Doch wie wählen Sie die richtigen aus?

Dezibel – die Maßeinheit für den Schallpegel

Das Dezibel (abgekürzt dB) dient als Einheit zur Messung der Schallintensität. Die Schallintensität wird mithilfe der Dezibelskala angegeben, die logarithmisch ist. Das bedeutet, dass jede Erhöhung um 10 dB eine Verzehnfachung der Schallintensität darstellt. So ist zum Beispiel ein Schall von 70 dB zehnmal lauter als ein Schall von 60 dB.

Schallpegel über 85 dB können ein potenzielles Risiko für das Gehör darstellen, wenn man ihnen über längere Zeit ausgesetzt ist. Bei 120 dB kann ein plötzlicher Schall dauerhafte Gehörschäden verursachen. Bei extremen 140 dB kann es schon bei kurzer Einwirkung eines so intensiven Schalls zu dauerhaften Gehörschäden kommen. In allen Fällen ist Gehörschutz ein Muss. Doch welche Art sollten Sie für Ihre Arbeit wählen?

Schalldämmung – H, M, L, SNR

Die Schalldämmung, ausgedrückt durch die Werte H (High), M (Medium), L (Low) und SNR (Signal-to-Noise Ratio), dient zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Gehörschutzmitteln. Diese Werte helfen zu bestimmen, in welchem Maß der Gehörschutz unerwünschten Lärm in verschiedenen Frequenzbereichen blockieren kann:

  • H (High) – Dämmung hoher Frequenzen – je höher der Wert, desto stärker werden scharfe und hohe Töne unterdrückt,
  • M (Medium) – Dämmung mittlerer Frequenzen – definiert die Dämpfung von Geräuschen im mittleren Frequenzbereich,
  • L (Low) – Dämmung niedriger Frequenzen – beschreibt, wie stark tiefe Töne und Bässe gedämpft werden,
  • SNR (Signal-to-Noise Ratio) – Signal-to-Ambient Noise Ratio – gibt die Gesamtwirksamkeit des Gehörschutzes bei der Dämpfung von Schall über alle Frequenzen an.

Normen für Gehörschutz

Die Grundnorm EN 352 regelt die allgemeinen Anforderungen an Gehörschutz im Rahmen der persönlichen Schutzausrüstung. Die Norm gliedert sich jedoch je nach Art des Gehörschutzes in weitere, spezifischere Normen:

Professionelle Marken verwenden ein Berechnungsverfahren, um Gehörschutzprodukte nach ihrer Eignung für bestimmte Branchen einzustufen. Auf dieser Grundlage gibt es folgende Kennzeichnungen:

  • S – Hörbarkeit von Signalen im Bahnverkehr
  • V – Hörbarkeit von Ampelsignalen
  • W – Hörbarkeit von Warnsignalen allgemein
  • E — Hörbarkeit von Signalen für Fahrzeuglenker (E1 — sehr angenehm; E2 – geeignet; E3 – bedingt geeignet)

Lärmpegel am Arbeitsplatz und die Wahl der Schutzausrüstung für Schwerhörige

  • 60-70 dB – Büroumgebung – kein Gehörschutz erforderlich
  • 80-90 dB – Bau und Produktion – Gehörschutzstöpsel
  • 100 dB – laute Maschinenbedienung – Kapselgehörschützer mit mittlerer Lärmdämmung
  • 110 – 120 dB – Luftfahrt, schwerer Bau, Musikindustrie – Kapselgehörschützer mit hoher Lärmdämmung (idealerweise in Kombination mit einem Schutzhelm)

Gehörschutz ist unter manchen Arbeitsbedingungen genauso unverzichtbar wie ein Schutzhelm oder eine Schutzbrille. Wir haben nur eine Gesundheit, deshalb müssen wir uns bei der Arbeit angemessen schützen, um chronischen Krankheiten oder Berufskrankheiten vorzubeugen.

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